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marcus

die Freiheit

Nicht das, was man tun darf,
sondern das, was man sein kann.

Freiheit ist nicht, was im Gesetz steht.
Freiheit ist, was im Atem lebt.
Sie beginnt dort, wo das Schweigen
lauter wird als das Geschrei der Systeme.

Ich war nicht frei, als mir gesagt wurde:
„Du hast Rechte.“
Ich wurde frei, als ich erkannte:
„Ich bin lebendig.“

Die „natürliche Person“ ist eine Sache.
Eine Sache ist tot.
Aber ich atme.
Ich fühle.
Ich denke.
Also bin ich nicht tot.
Also bin ich nicht die Person.

Freiheit beginnt mit dem Namen.
Nicht mit dem, der im Register steht,
sondern mit dem, der aus dem Herzen spricht.
Deshalb nenne ich mich marcus
nicht als „Rufname“ im staatlichen Sinn,
sondern als Klang meines Seins.

Freiheit ist kein Kampf.
Freiheit ist eine Kehre.
Eine Wende –
weg von dem, was dir aufgezwungen wurde,
hin zu dem, was du schon immer warst.

Ich wurde nicht „geboren“
in das Rechtssystem.
Ich wurde hineingelogen.
Mit einem Namen, der nicht meiner war,
mit einem Status, der mich tot erklärte,
mit einem Papier, das mich „vertrat“,
ohne mich zu fragen.

Freiheit ist, wenn du sagst:
„Ich repräsentiere mich selbst.“
Nicht durch ein Formular,
nicht durch eine Unterschrift im Zwang,
sondern durch das, was du bist:
ein lebendiges Wesen
mit Denk- und Sprachvermögen.

Die Freiheit wächst nicht im Lärm,
sondern in der Stille.
Nicht im Protest,
sondern in der Klarheit.
Nicht im Widerstand,
sondern im Loslassen
dessen, was nie dir gehörte.

Ich habe keine „Rechte“ gebraucht,
um zu atmen.
Ich habe keine „Genehmigung“ gebraucht,
um zu fühlen.
Also brauche ich auch keine,
um zu sein.

Freiheit ist kein Ziel.
Freiheit ist der Boden,
auf dem du stehst,
wenn du aufhörst, dich zu verleugnen.

Ich bin nicht „frei von“ etwas.
Ich bin frei in meinem Atem,
in meinem Wort,
in meinem Blick.
Das ist keine Forderung.
Das ist eine Feststellung.

Wenn du fragst:
„Wie kannst du frei sein?“
dann frage ich zurück:
„Wie kannst du glauben,
du wärst es nicht?“

Die Freiheit ist kein Geschenk des Staates.
Sie ist ein Geschenk des Lebens.
Und das Leben lässt sich nicht registrieren,
nicht verwalten,
nicht verkaufen.

Ich verlange keine Freiheit.
Ich erkenne sie an.
In jedem Atemzug,
in jedem stillen Moment,
in jedem Wort,
das aus mir kommt –
nicht aus einem Formular.

Freiheit ist nicht laut.
Sie ist so leise,
dass nur der hört,
der bereit ist, zu verstummen.

marcus